Transkript
Wie verwandelt man energieraumende Probleme in einen Innovationstreiber?
Ja, das hat jeder vielleicht schon mal erlebt, dass man, wenn man Führungskraft ist, mit Themen konfrontiert wird, die nicht immer Freude machen und wo man dann auch merkt, das zieht Energie aus mir heraus,das kostet meine eigene Kraft.
Ich habe dort für mich sehr früh erkannt, dass es wichtig ist, dass ich unterscheiden lerne, welche Personen geben mir Energie und welche Personen in meinem Umfeld rauben mir Energie und kosten mir wirklich Kraft.
Und da habe ich Eigentlich für mich immer mehr … Ich habe immer dazu geneigt, mich mit Personen zu umgeben, die mir Kraft geben.
Und zwar nicht nur Kraft im Sinne von Ja, die sind jetzt sehr, sehr positiv, sondern Menschen, die einfach anders denken, die in Lösungen denken.
Ich habe immer gesagt, ich brauche Menschen um mich herum, die das Lösungs Gen in sich tragen.
Und sehr oft wird man im Leben, auch im Berufsleben, mit Problemen konfrontiert,aber auch von Menschen, die zu einem kommen und sagen: „Chef,kannst du mir helfen? Ich habe das und das Problem.
Und ich war mit auf einem Offsite mit einem meiner Führungsteams einmal in Österreich.
Wir haben dort einen Unternehmer interviewt, der mit jungen Jahren sehr viel Verantwortung übernehmen musste und zu dem Zeitpunkt Punkt, als wir ihn interviewten, hatte er fünf unterschiedlichste Unternehmen,die er geführt hat persönlich.
Und wir haben ihn gefragt: Wie machen Sie das?Sie haben fünf verschiedene Standorte, Sie haben so viele Mitarbeiter.
Wie lösen Sie denn irgendwelche Probleme?Und er hat uns einen Tipp auf den Weg gegeben, den ich sehr gerne übernommen habe.
Diese Idee habe ich wirklich mit einem gewissen Stolz auch übernommen,weil sie ist sehr einfach.
Wenn ein Mitarbeiter zu dir kommt mit einem Problem, sage ihm: „Überlege dir bitte zwei Lösungen und dann komme wieder." Warum ist das so wichtig?
Weil mit diesem Ansatz fördert man in seinem Umfeld lösungsorientiertes Denken und Handeln.
Und ein erfolgreiches Unternehmen kann nur erfolgreich sein, wenn die Mitarbeiter sich als Unternehmer fühlen und in Lösungen denken und in Ideen denken.
Es ist nicht garantiert, dass wenn der Mitarbeiter zurückkommt mit zwei möglichen Lösungsansätzen, dass einer der beiden Lösungsansätze der Richtige ist.
Aber es hilft einem, wenn man schon mal zwei Lösungsvorschläge hat, im gemeinsamen Dialog vielleicht einen noch besseren Lösungsansatz zu entwickeln.
Und das war für mich auch immer eine Energiequelle.
Wenn ich mit dazu beitragen konnte, dass wir eine Lösung finden, ich war nicht derjenige, der die Lösung gefunden hat, aber durch die Inspiration der Mitarbeiter haben wir gemeinsam sehr häufig noch bessere Lösungen gefunden.
Und das war für mich im Berufsleben eine sehr, sehr wichtige Erkenntnis.
Ich glaube auch als Leader braucht man nicht für alles eine Antwort zu haben.
Das wäre überzogen.Aber man sollte dazu beitragen, dass in seinem direkten Umfeld, in den Teams, für die man verantwortlich ist, das Thema lösungsorientiertes Denken und Handeln gelebt wird.
Warum zwei Lösungsansätze, nicht nur einen?Ja, zwei Lösungsansätze,deswegen, weil zwei ist ganz interessant, dass man wählen kann.
Wenn man zu jemandem sagt: „Bring mir nur einen Lösungsansatz, dann hört er irgendwann auf zu denken.
Wenn man zwei Lösungsansätze einfordert, muss derjenige, der die Aufgabe bekommt,versuchen, seinen Horizont zu erweitern und zu überlegen: Was könnte noch eine Lösung sein?
Und nochmal: Diese zwei Lösungen, das ist eine vorgegebene Zahl in dem Fall, aber das ist nicht gesagt, dass eine der beiden Lösungen die Ideale ist.
Aber es hilft einem, den Denkprozess anzustoßen und möglicherweise eine dritte,noch bessere Lösung zu finden, die man ohne die zwei ersten Vorschläge gar nicht gefunden hätte.
Hattest du da auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass ein Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin da erst mal zögerlich drauf reagiert oder vielleicht auch keine Lösung findet?
Und wenn ja, wie geht man damit um?Natürlich gibt es das auch, dass jemand keine Lösung findet,weil er so verzweifelt ist.
Es gibt ja auch Extremsituationen, wenn man unter Stress ist und dann einfach gar keine Lösung mehr sieht.
Ja, das gibt es.Trotzdem ist es wichtig, dass man dann gemeinsam versucht, irgendeine Lösung zu finden. Noch besser ist es, wenn ich dann so eine Situation hatte, dass man vielleicht noch jemand Drittes mit ins Boot genommen hat, um zu zeigen, wir können das gemeinsam schaffen, hier eine Lösung zu finden.
Also nicht nur alles, in Anführungszeichen, dem Chef abladen , er muss das jetzt machen, sondern in einem Team zu versuchen, eine Lösung zu finden, weil man dann wiederum diesen Ansatz verfolgt,lösungsorientiertes Denken und Handeln in einem Team aufzubauen.
Und das war für mich einfach eine ganz, ganz wichtige Hilfestellung in meiner beruflichen Karriere.
